Alles, was man über die Pfahlgründung wissen muss.

Quelle: Planart

Das linke Bild ist auf unserer Baustelle ‚Neubau eines REWE Green-Building‘ in Schleiden Gemünd entstanden. 

Zu sehen ist der Bohrkopf für die Ortbetonpfähle.

 

(Am Ende dieses Artikels ist die Seite des Bauvorhabens verlinkt, falls Sie mehr über den Neubau des REWE Marktes erfahren möchten.)

 

 

Was die Pfahlgründung ist, wie diese funktioniert, wann sie angewandt wird und mehr, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

 

1. WAS IST DIE PFAHLGRÜNDUNG?

Die Pfahlgründung ist ein Spezial-Tiefbauverfahren zur Gründung eines Bauwerks. Mit diesem Verfahren können die Lasten von Tragwerken in tiefere, tragfähigere Bodenschichten abgetragen werden.

 

Bevor man jedoch die Gründung plant, wird ein Bodengutachten erstellt. Was genau ein Bodengutachten ist, sprengt den Rahmen für diesen Artikel, aber hier wird der vorhandene Boden anhand von Proben analysiert, ausgewertet und anschließend bewertet. So kann z.B. bei der Pfahlgründung die Qualität und Dimensionierung der Pfähle bestimmt werden. Dies ist essenziell und muss bei jedem Bauvorhaben als erstes gemacht werden.

 

In dem Video sieht man solch einen Bohrer bei der Arbeit.

Quelle: Planart

2. WIE FUNKTIONIERT DIE PFAHLGRÜNDUNG?

Die gezeigte Grafik veranschaulicht die einzelnen Schritte übers Bohren bis hin zum fertigen Pfahl. Folgend werde ich mich auf diese Schritte beziehen.

 

 

Angefangen mit dem ersten Schritt wird ein Pfahl durch eine Maschine auf dem Boden angesetzt. Diesen Pfahl kann man sich als großen, metallischen und hohlen Zylinder vorstellen. Der Pfahl ist hohl, weil im inneren mit einer Spirale gebohrt wird. Dieser Pfahl und die Spirale werden dann Stück für Stück weiter nach unten geführt. Diese Spirale bohrt so tief, bis eine tragfähigere Schicht im Boden getroffen wird.

 

Ist die eigentliche Bohrung beendet, wird der Spiralbohrer wieder herausgezogen. Der Pfahl bleibt als Schalung erst einmal drin.

 

 

 

 

 

Nun wird Bewehrung, welche in einen Zylinder geformt ist, in den Pfahl gestellt. Anschließend wird der Pfahl vollständig mit Beton gefüllt.

 

Die Betonklasse hängt von der späteren Belastung ab und muss individuell an die Anforderungen angepasst werden.

 

Im nächsten Schritt wird der Pfahl wieder herausgezogen, bevor der Beton fest ist.

Die Bewehrung wird oben etwas herausstehen gelassen. Dies ist die Anschlussbewehrung für die späteren Fundamente, welche auf den Bohrpfählen aufbauen. Die Anschlussbewehrung und der fertige Bohrpfahl inklusive des Pfahles (Schalung) ist auf dem Bild weiter unten zu sehen.

3. WANN KOMMT DIE PFAHLGRÜNDUNG INFRAGE?

Wie bereits unter Punkt 1. erwähnt, ist die Pfahlgründung sinnvoll, wenn der Boden nicht optimal ist. Dies kann z.B.  aus einem zu weichen Boden resultieren. Wenn der Boden die späteren Lasten des Bauwerks nicht vollständig und sicher ableiten kann, müssen diese Lasten in tiefere, tragfähigere Bodenschichten abgeleitet werden.

 

 

Ein weiterer Vorteil der Bohrpfahlgründung ist, dass sie in fast allen Bodenarten herstellbar ist und bei dieser wenig Erschütterungen entstehen. 

 

Zu beachten ist allerdings, dass dieses Verfahren um einiges teurer als die „Standard-Gründung“ ist. Außerdem kann sie nicht jedes Unternehmen ausführen, weshalb man hierfür ein Spezial-Tiefbauunternehmen beauftragen muss. 

Des Weitern ist es von Vorteil zu wissen, was vorher auf dem Gelände stand und im Boden alles zu finden sein wird, … natürlich so weit dies möglich ist … weil die Pfähle weit in die Erde kommen und nichts im Weg liegen darf.

Hier muss jeder Bohrpfahl zuvor sondiert werden, damit man sichergehen kann, dass die Bohrung ohne Bedenken durchgeführt werden kann.

Anschlussbewehrung der Bohrpfähle fertig betoniert

Quelle: Planart

4. DAS WOHL BERÜHMTESTE BEISPIEL DER PFAHLGRÜNDUNG

Ich glaube, dass fast jeder den Ort auf dem Bild erkennt. Dieser Ort, von dem ich hier spreche, ist eines der berühmtesten und ältesten Beispiele für die Pfahlgründung. Die Rede ist von Venedig. Die italienische Stadt gilt als die größte Pfahlgründung überhaupt.


Der Boden unter ganz Venedig ist sehr schlecht für die Gründung. Es gibt große Wassermengen und dadurch keine festen Gesteinsebenen, sondern vielmehr Schlamm. Aus diesem Grund musste man sich damals für eine andere Gründungsart entscheiden … die Pfahlgründung.


Allerdings wurden für diese Pfähle Holz, hauptsächlich Eiche und Erle, verwendet. Solange die Holzpfähle ständig Unterwasser stehen, ist dies auch kein Problem, was dadurch zum Ausdruck kommt, dass selbst aus römischer Zeit stammende Pfähle bis heute unbeschädigt sind.

Die Wasserwechselzonen sind das Problem. In diesen Bereichen schwankt der Grundwasserstand, wodurch der Pfahl zeitweise unter und mal über Wasser liegt. Dies ist perfekt für Bakterien, welche das Holz angreifen.

Vielen Dank für das Lesen dieses Artikels. Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, kontaktieren Sie uns gerne.
Mit dem folgenden Knopf kommen Sie auf die Seite zu unserem Bauvorhaben 'REWE Green-Building in Schleiden Gemünd' falls Sie mehr darüber erfahren möchten.
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